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Kategorie: Allgemein

Gaza

Das besetzte Palästina besteht heute aus Ost-Jerusalem, Westbank und Gaza-Streifen und hat eine Fläche von 6.165 km/2. 2007 lebten dort rund 4,016,416 Palästinenser (Westbank und Ost-Jerusalem: 2,5016 Millionen/Gaza-Streifen: 1,499 Millionen), das Bevölkerungswachstum belief sich im Jahr 2007 auf 3.2 Prozent. 


Seit 1994 werden die palästinensischen Gebiete von der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) verwaltet. Diese verfügt über staatsähnliche Strukturen und Institutionen wie Handels-, Industrie- und Finanzministerien. Seit der Gründung der PA sind zahlreiche wirtschaftliche und entwicklungspolitische Projekte initiiert worden, die jedoch nicht zu einer wirtschaftlichen palästinensischen Eigenständigkeit geführt haben. Die mit der zweiten Intifada im Jahr 2000 einhergegangenen Mobilitäts- und Zugangsbeschränkungen haben die palästinensischen Betriebe hart getroffen und das Wachstum im Land praktisch zum Erliegen gebracht. Die internationale Abhängigkeit ist daher weiterhin sehr groß. 

Die palästinensische Wirtschaft besteht hauptsächlich aus Dienstleistungsunternehmen
Westjordanland
 (Transport-, Kommunikations-, Software- und Finanzsektor) sowie aus klein- und mittelständischen Betrieben, die Waren für den heimischen Markt und den Export nach Israel produzieren. Einige Branchen haben es trotz der schwierigen Lage geschafft, sich auf dem nahöstlichen Markt, in Europa und Amerika zu platzieren. Hierzu gehören die Landwirtschaft, die Nahrungs-, Genussmittel- und Getränkeindustrie sowie der Pharmabereich. Der größte Sektor im Industriebereich ist der stetig wachsende Bausektor, der im Jahr 2007 11,6% der palästinensischen Arbeitskräfte beschäftigt und 2,5% des BIP erwirtschaftet hat. Im Gazastreifen hat sich zudem eine nennenswerte IT-Branche etabliert.

Der Wiederaufbau der Infrastruktur und die Versorgung der über 4 Millionen Palästinenser werden ungeachtet der Krieg und Besatzung geschuldeten schwierigen Lage vorangetrieben. Vor allem in der Industrie besteht aufgrund des langjährigen Entwicklungsrückstandes Nachholbedarf. Um die Entwicklung zu beschleunigen, hat die PA 2007 den Palästinensischen Reform- und Entwicklungsplan (The Palestinian Reform and Development Plan [PRDP], Dreijahresplan bis 2010) auf den Weg gebracht, der in den Jahren 2008 bis 2010 Investitionen von über 400 Millionen US-Dollar zur Stärkung dieser Sektoren vorsieht. Da das palästinensische Eigenkapital gering ist, stellen seit Jahren Geberländer vor allem beim Aufbau der Infrastruktur finanzielle Hilfsmittel zur Verfügung. 
 
 
Folgende Felder werden durch den PRDP reformiert: 

  • Regierung: Verbesserung der institutionellen Kapazitäten der PA durch Reformen und neue Initiativen
  • Soziale Entwicklung: Verbesserung der sozialen Absicherung (Gesundheits- und Bildungssystem, Frauenförderung, Jugendprogramme)
  • Wirtschaft- und Privatsektor: Freie Marktwirtschaft (Agrar, Industrie, Tourismus,Förderung klein- und mittelständischer Unternehmen)
  • Öffentliche Infrastruktur: Straßen, Gebäude, Elektrizität, Wasser und Abwasser 

Einen Rückschlag für die Reformpläne haben die Isolation des Gazastreifens und die von Israel durchgeführten Mobilitäts- und Warenbeschränkungen in der Westbank bedeutet. Dennoch erwartet der IWF in den nächsten Jahren eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage und damit in Zusammenhang stehend der Lebenssituation der palästinensischen Bevölkerung.

Auch deutsche Firmen zeigen ein großes Interesse am Wiederaufbau Gazas und die Chancen der deutschen Beteiligung sind groß. Allerdings ist es zu empfehlen, diesen Wiederaufbau in Kooperation mit palästinensischen Partnern vor Ort durchzuführen. 

Von palästinensischer Seite herrscht ein reges Interesse an deutschen Produkten wie Kosmetik, Lebensmittel, pharmazeutische Erzeugnisse, medizinisch-technische Geräte und Maschinen. Der Markt verlangt auch nach deutschen Markenprodukten, so dass erfolgreiche Absatzmöglichkeiten bestehen. 

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